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austrian literature online (alo) |
| Nr. 29 / 2004 | Aktualisiert am 25. Juli 2004 |
| Resümee: | Das Kooperations-Projekt alo macht mehrere tausend Druckwerke und Handschriften zur österreichischen Literatur und Geschichte kostenlos im Internet verfügbar. |
| URL: | http://www.literature.at |
| Kategorie: | Digitale Editionen |
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Wer digitalisierte Quellen und Forschungspublikationen zur österreichischen Literatur und Geschichte sucht, dem kann ein Besuch des Webangebots "austrian literature online" als wichtige Anlaufstelle empfohlen werden. Die von Günter Mühlberger geleitete "Abteilung für Digitalisierung und elektronische Archivierung" (DEA) der Universitätsbibliothek Innsbruck hat sich zum Ziel gesetzt, wichtige Materialien in digitaler Form mit möglichst hoher Benutzerfreundlichkeit und Informationstiefe online bereitzustellen. Koordination und technische Präsentation von alo werden von der UB Innsbruck übernommen, doch sind weitere österreichische Bibliotheken an diesem Projekt beteiligt. Zahlreiche Materialien werden z. B. von der Universitätsbibliothek Graz und von der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien zur Verfügung gestellt. Als Zielgruppe wird in erster Linie ein internationales Publikum ins Auge gefasst, dem eine kostenlos zugängliche Zusammenstellung österreichischer Druckwerke und Handschriften angeboten wird. Das alo-Team bietet außerdem allen Interessierten seine Digitalisierungs-Dienste an, um sowohl alte Druckwerke als auch neuere Veröffentlichungen online verfügbar zu machen. Weiterführende Angaben zum alo-Projekt sind auf der Webseite selbst kaum zu finden. Der Link Kontakt führt nur zu einer Liste beteiligter Institutionen und Personen sowie zu einer Subskribierungs-Möglichkeit für einen Newsletter. Etwas mehr Hintergrund-Informationen bieten die Seiten des DEA. Die alo-Ressourcen selbst sind direkt von der Homepage aus zugänglich. Unter der Überschrift "Sammlungen" findet sich ein browsender Einstieg, der gezielte thematische Zugriffe ermöglicht. Klickt man die Sammlung Austriaca an, gelangt man zu einer typischen Navigationsansicht. Im oberen Fensterbereich werden weitere Untergruppen ("Collections") aufgelistet, bei denen es sich teils um mehrbändige Werke, teils um generische Gruppen wie "Lesebücher" oder "Wörterbücher" handelt. Klickt man hier weiter, gelangt man zu - meist recht kurzen - Aufzählungen der einzelnen Bände bzw. zu Listen der in den einzelnen Kategorien enthaltenen Werke. Geht man zurück zur Hauptseite der Austriaca, findet sich im unteren Fensterbereich eine Liste von Einzeltiteln, die nicht zu einer der im oberen Fensterbereich aufgeführten Gruppen gerechnet werden können. Die Steuerungselemente für die Bewegung durch diese Liste finden sich im linken Fensterbereich und fallen durch eine recht unorthodoxe Gestaltung auf. Aus der jeweils angezeigten Titelliste kann eine "Bibliographie" im XML-, HTML- oder CSV-Format erstellt und abgespeichert werden. Hat man beim "Durchblättern" in den Austriaca z. B. das 1899 von Viktor von Kraus in Wien veröffentlichte "Itinerarium Maximiliani I. 1508-1518" entdeckt, so führt ein Klick auf den Titel zur Startseite dieses Werks. In einer am linken Rand untergebrachten Navigationsspalte werden drei Thumbnails eingeblendet, die die ersten drei Seiten des Werks repräsentieren. Hat man eines dieser Thumbnails angeklickt, kann die Lektüre beginnen. Den größten Teil des Bildschirms nehmen die als Graustufen-GIF-Dateien angebotenen Seitendarstellungen ein. Am linken Bildschirmrand finden sich Thumbnails der jeweils fünf nächsten Buchseiten, was sich z. B. bei der Suche nach Abbildungen oder Kapitelanfängen als hilfreich erweist. Eine Navigationszeile ermöglicht das Vor- und Zurückblättern, und auch der gezielte Sprung zu bestimmten Buchseiten ist möglich. Ist eine bestimmte Passage von besonderem Interesse, können bis zu 10 Seiten in eine PDF-Datei zusammengefasst und heruntergeladen werden. Wer Probleme mit dem Lesen der Seiten hat, kann zwischen insgesamt fünf verschiedenen Auflösungsstufen wählen. Im Fall von Abbildungsmaterial können auf diese Weise sehr große Dateien entstehen. Die 1678 in Bozen erschienene Publikation "Deß Tirolischen Adlers Immergrünendes Ehren-Kräntzel" enthält z. B. eine Karte der Grafschaft Tirol, deren GIF-Fassung bereits in der standardmäßig voreingestellten Vergrößerungsstufe 3 etwa 850 KByte umfasst, in der höchsten Auflösungsstufe 1 aber mehr als 7 MByte. Die Lesbarkeit der Materialien kann dementsprechend als gut bis sehr gut eingestuft werden. In Arbeit befindet sich die Volltext-Erfassung eines Teils der Werke. Anna Neuraths 1909 in Leipzig veröffentlichter "Abriß einer Geschichte der Frauenbewegung", dessen erster Band "Die Vorgeschichte der modernen Frauenbewegung im achtzehnten Jahrhundert" behandelt, ist beispielsweise bereits als Volltext verfügbar. Der Korrekturaufwand für die mit einem OCR-Programm bearbeiteten Texte wäre allerdings zu hoch, so dass mit Fehlern bei der Worterkennung gerechnet werden muss. Eine Suchfunktion für die Volltexte befindet sich noch in Arbeit. Die für alo angebotene Suche, deren einfache Form auch bereits auf der Startseite zugänglich ist, erstreckt sich z. Zt. also nur auf die bibliographischen Daten. Die "erweiterte Suche" umfasst eine Titel-, Autoren-, Datums- und Schlagwortsuche. Im Sommer 2004 näherte sich die Zahl der alo-Dokumente der 4.000er-Grenze. Aus der bunten Vielfalt der Inhalte können hier nur wenige Beispiele hervorgehoben werden. Neben den Austriaca sind als umfangreiche Gruppen die Tirolensien und die Tirolensia Latina zu erwähnen. Der Bereich Frauen in Bewegung (Ariadne/ÖNB) beinhaltet neben dem erwähnten Titel von Anna Neurath zahlreiche Monographien und Zeitschriften zur Frauen- und Geschlechtergeschichte. Der Erlebnisraum Altes Buch enthält zahlreiche, meist mittelalterliche Handschriften. Bunt zusammengewürfelt sind naturgemäß die Varia. Hier finden sich u. a. die 1642 in Bologna erschienene "Monstrorum historia" von Ulisse Aldrovandi oder Giulio Orsinis 1613 in Ingolstadt gedruckter "Spiegel christlicher Eheleut". Das erstgenannte Werk wurde z. B. auch für die Biblioteca Digital Dioscórides digitalisiert, doch das alo-Exemplar wird in einer deutlich höheren Auflösung angeboten. Aus einer kleinen Gruppe von Reiseberichten seien exemplarisch Balthasar Hacquets "Neueste physikalisch-politische Reisen [...] Durch die Dacischen und Sarmatischen oder Nördlichen Karpathen" erwähnt, die 1791-94 in Nürnberg herauskamen. Möglicherweise wäre in den "Varia" die Bildung neuer thematischer (Unter-)Gruppen sinnvoll, um spezifischere Zugriffsmöglichkeiten zu bieten. Verbesserungswürdig sind außerdem einige der lateinischen Titelaufnahmen, etwa bei Werken von Aegidius Tschudi oder Paul de Sorbait. Die guten Navigationsmöglichkeiten innerhalb der einzelnen Werke sowie deren gute Lesbarkeit lassen solche kleineren Probleme bei der Erschließung des Gesamtbestandes an digitalisierten Werken jedoch vernachlässigbar erscheinen. Bei der Suche nach online erreichbaren Materialien zur österreichischen Geschichte sollte man jedenfalls "austrian literature online" als eine der ersten Webadressen konsultieren. [Gregor Horstkemper, 19. Juli 2004, zuletzt aktualisiert am 25. Juli 2004] |
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